Nicht der Pinsel ist das Kunstwerk, und bei dem, was man meist unter „Computerkunst“ versteht, ist der Computer nur das Werkzeug, mit
dem das Kunstwerk erstellt wurde, und hat keine aktive Rolle.
Interaktive Kunst soll zum Spielen mit dem Kunstwerk anregen, auf den Besucher reagieren und ihn zum Agieren verleiten, muss dabei die Kontrolle
behalten und dennoch Möglichkeiten der Beeinflussung bieten, die Reaktionen sollten verblüffend, aber nicht rein zufällig sein — nicht zu
vorhersehbar, zu mechanisch, zu mathematisch, sondern Experimentier- und Entdeckerdrang wecken.
In einem Spagat zwischen Technik und Träumen, Voraussetzungen und Visionen, Phantasie und Physik, Kunst und Computer will ich mit euch gemeinsam
in diesem Kurs ein ehrgeiziges Projekt umsetzen: Wir wollen die Grundlagen und Grenzen der Interaktivität erforschen, experimentieren und gemeinsam
eine konkrete Idee realisieren.
Dieses Projekt soll außerdem den Graben zwischen Computer-Freaks und „anderen“ etwas überbrücken, indem es zeigt, was am Computer-Steuern
(wir werden nicht so tief in die Programmierung einsteigen, keine Angst) so faszinierend sein kann, und was man vom Computer eben nicht erwarten darf
und warum.
Kursleitung: Erich Schubert, mit Holger Janssen