Die Medien dürfen sich ihrer Verantwortung nicht entziehen: Sie haben erheblichen Einfluss auf die Interessen und Hobbies der Kinder und Schüler - insbesondere derer, die Förderung brauchen. Gerade Kinder sind nicht unbedingt in der Lage, die ihnen von den Medien „vorgesetzten“ Informationen kritisch und „mündig“ zu hinterfragen.
Einige Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Tages vor dem Fernseher, am Radio und mit Zeitschriften; regelmäßig wird ihnen hier - indirekt durch Anspruchslosigkeit in Fernseh- und Radiosendungen, und direkt durch Äußerungen wie „in der Schule war ich auch immer schlecht“, „Mathe, das braucht man doch nie wieder“ - signalisiert, dass das Lernen und die Schule „Zeitverschwendung“ seien. Statt dessen wird ihnen in Soaps, Musiksendungen und Actionfilmen eine falsche Realität vorgespielt, mit dem Fazit, das einzig Entscheidende im Leben sei es, „fun“ zu haben und zu konsumieren.
Warum spielen sportliche Wettkämpfe eine wichtige Rolle im täglichen Fernsehprogramm; warum gibt es aber kaum vergleichbare sprachlich oder mathematisch-naturwissenschaftlich anspruchsvolle Sendungen? Die meisten werden über das Interesse der Zuschauer argumentieren - aber das Interesse der Zuschauer ist lenkbar.
Vielleicht haben aber die Medien bereits dies erkannt - und Verbesserungen in Form des aktuellen Quizshow-Booms eingeleitet, die zwar kein wichtiges Wissen vermitteln, aber immerhin den Anreiz schaffen, sich mit dem Lernen zu beschäftigen.
Bei den wenigen großen Medienkonzernen (insbesondere im Fernsehbereich sind ja fast nur Bertelsmann, Kirch und die Öffentlich-Rechtlichen groß vertreten) muss hier eine Allianz zur Förderung der Kinder entstehen. Mit kleinen Änderungen am bestehenden Programm wird sich dann schon viel erreichen lassen. Die Öffentlich-Rechtlichen bieten auch bereits sehr gute Sendungen für Kinder an.